Wandervorschläge ums Naturfreundehaus Gerresheim

Über die Höhen Düsseldorfs

Von Rath durch den Aaper und Grafenberger Wald zum Naturfreundehaus

von Matthias Möller, Erkrath

Wanderzeit: ca. 3 bis 3,5 Stunden (reine Gehzeit)

Die Wanderung führt uns immer entlang der Höhen, die die Rheinebene bei Düsseldorf im Osten begrenzen. Der Aaper und Grafenberger Wald gehören zu den Hauptterrassen der Niederbergischen Randhöhen, die vor mehr als einer Million Jahre vom Rhein abgelagert wurden. Quarze und andere Gerölle lagern hier auf der "Unterschicht" aus den orangegelben "Grafenberger Sanden", die vor etwa 30 bis 40 Millionen Jahren von einem Vorläufer der Nordsee hier abgelagert wurden und die in den Gerresheimer Höhenzügen an manchen Stellen zu Tage treten.

Wir starten unsere Wanderung an der Straßenbahnhaltestelle Hubertushain, die wir mit den Linien 712 oder 719 (nur an Werktagen) erreichen. Dort überqueren wir die kleine Straße, die (in Fahrtrichtung Ratingen) rechts der Gleise verläuft und biegen in den mit einem Fußgängerschild versehenen Weg ein.

An der T-Kreuzung gehen wir den quer führenden Weg links und gelangen bald zu einer geteerten Straße mit einem Rastplatz und Wanderkarte. Kurz vor dem Rastplatz biegen wir rechtwinklig rechts ab auf den mit einem Steinwegweiser markierten Aaper Höhenweg, der uns bald bergauf führt.

Im Aaper WaldVor der nächsten Schutzhütte haben wir vorerst die Höhe erreicht und biegen rechts ab (immer noch Aaper Höhenweg). Ein Hinweisstein macht uns rechterhand auf die Aussicht über Ratingen aufmerksam, die aber leider schon recht zugewachsen ist.

Der Wanderweg ist hier mit einer weißen Raute markiert, die uns im Laufe der Wanderung immer wieder begegnen wird.

Nach einer Weile erreichen wir eine kleine Lichtung mit Wiese und Bänken, die zu einer ersten kleinen Rast einlädt. Wir halten uns schräg rechts auf der Höhe und kreuzen an einem Holzbrunnen bald eine geteerte Straße. Auf der anderen Seite der Straße führt der Aaper Höhenweg - durch einen Stein markiert - weiter, und bald tauchen die ersten grünen Hinweisschilder auf, die die Bäume am Wegesrand erklären. Zwar finden sich auch immer wieder Nadelbäume wie Fichte und Kiefer, aber in der Hauptsache sind es Birke, Erle und Buche, die den Baumbestand im Aaper Wald prägen.

Die FrauensteineAm nächsten Abzweig folgen wir rechts der weißen Raute, um bald darauf schräg links den Hang hoch zu laufen. Vor uns befinden sich - durch ein steinernes Hinweisschild gekennzeichnet - die Frauensteine. Der genaue Ursprung dieser steinzeitlichen Ansammlung ist nach wie vor nicht erforscht, womöglich hatten die Steine, die auch "Siebensteine" oder "Witte Wiwerkes" (weiße Weiberchen) genannt werden, kultischen Ursprung. Mehrere Legenden ranken sich um diese Steine: nach einer dieser Legenden handelt es sich hierbei um sieben Frauen, die nach einem Gerichtsspruch in Stein verwandelt wurden. Einer anderen Sage zufolge war der "Ur-Rhein" über die Ufer getreten, woraufhin sich die Menschen auf die Höhen des Aaper Walds flüchteten, dort einen steinernen Altar errichteten und ein Pferd opferten, um Wotan zu besänftigen. Noch eine andere Sage schließlich erzählt, das weißgekleidete Priesterinnen der Germanen bei heidnischen Opferfesten hier geweissagt hatten, die Stätte aber bei der Christianisierung zerstört worden wäre.

Sicher hingegen ist, dass diese Quarzite nicht von den Gletschern der Eiszeit herangeschafft wurden, sondern sich in unserer Region vor etwa 10 Millionen Jahren durch chemische Prozesse (Zementierung) gebildet haben. Solche so genannten Zementquarzite finden sich an mehreren Stellen im Aaper und Grafenberger Wald.

Herbststimmung im Aaper WaldWir biegen vor den Frauensteinen links ab auf den Trimm-Dich-Pfad (durch eine Steintafel als Wilhelm-Suter-Pfad gekennzeichnet). Nach einigen Stationen des Trimm-Dich-Pfads komen wir an eine Kreuzung mit mehreren Wegen, hier halten wir uns scharf rechts um den Talgrund herum. Wir gehen dann aber nicht rechts den Abzweig nach unten, sondern bleiben auf der Höhe, immer der weißen Raute folgend.

Auf der rechten Seite sehen wir einen mit Steinen eingefassten Brunnen. Hier verlassen wir kurzzeitig den rechts abbiegenden Aaper Höhenweg mit seiner weißen Raute und gehen geradeaus. Auffällig sind auf dem weiteren Weg die Erdwälle links und rechts, die senkrecht auf den Weg zulaufen.

Hierbei handelt es sich um die Reste eines Schießstandes, den das seit 1866 in Düsseldorf stationierte Niederrheinische Füsilierregiment Nr. 39 in den Jahren 1877 bis 1910 für seine Schießübungen nutzte. Insgesamt 12 parallele Schießbahnen von 30 bis 150 Metern Länge und 4,50 bis 24,50 Metern Breite waren in Längsrichtung mit Schutzwällen versehen und wiesen am jeweiligen Kopfende Kugelschutzwälle von bis zu 5 Metern Höhe auf.

Kurze Zeit später stoßen wir wieder auf den Aaper Höhenweg und folgen diesem geradeaus weiter. In einer leichten Rechtskurve ignorieren wir die Abzweigung nach links, machen dann eine Linkskurve und wieder eine Rechtskurve - links steht ein auffälliger Hydrant. Immer weiter folgen wir der weißen Raute und kommen an eine Wiese mit Schutzhütte.

Am Ende der Wiese biegen wir rechts ab und sehen zu unserer Linken einen großen Wanderparkplatz. Von rechts mündet die von Grafenberg kommende Fahnenburgstraße ein, wir folgen der Rennbahnstraße geradeaus. Auf der linken Seite sehen wir das 1989 eingeweihte Vier-Sterne-Hotel "Rolandsburg", wo sich Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugslokal befand.

Auf der linken Seite wird nun das Gelände der Galopprennbahn Grafenberg sichtbar, wir gehen an seinem Zaun entlang und dort, wo viele große Schilder hinweisen, zweigen wir links zu den Parkplätzen und der Bushaltestelle der Rennbahn ab.

Die Tribünen der Grafenberger GalopprennbahnWir gelangen an den Haupteingang der Rennbahn, vor dem sich einer der Radschläger befindet, die 2001 in ganz Düsseldorf zu sehen waren. Hier bietet sich - wenn nicht gerade Renntag ist und Eintritt gezahlt werden muss - ein kleiner Abstecher auf die Rennbahn an.

Seit 1909 existiert die Grafenberger Rennbahn, die als Nachfolger einer Rennbahn auf der Lausward bei Hamm eingerichtet wurde, als diese mit dem Hafenausbau in Konflikt kam. Noch zu sehen ist die alte, 1921 erbaute und denkmalgeschützte Tribüne sowie links davon die moderne Tribüne von 1989. Die Anlage war übrigens Kulisse für die ZDF-Serie "Rivalen der Rennbahn".

Wieder am Haupteingang der Rennbahn angelangt, folgen wir dem in einer großen Rechtskurve verlaufenden Weg weiter, durch ein Gatter hindurch und biegen vor den Pferdeställen wieder links ab.

Rehe im WildparkLinks um die Ecke sehen wir nun den Eingang des Grafenberger Wildparks, der das ganze Jahr von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet ist. Wir betreten den Wildpark durch das Eingangstor und schlagen den geradeaus führenden Weg ein. Durch ein Gittertor gelangen wir in das Rehwildgehege. Vor einer Wiese, auf der die Rehe oft zu finden sind, gabelt sich der Weg, wir gehen links an der Wiese vorbei. Tische und Bänke in der Sonne laden zu einer kleinen Rast ein, ein Toilettenhäuschen verschafft bei Bedarf Erleichterung.

An der nächsten Abzweigung gehen wir geradeaus entlang der Wiese weiter, nach links führt ein kleiner Abstecher zum Fasanengehege. Durch ein Gittertor verlassen wir das Wildgehege wieder, nach links führt uns ein kleiner Rundweg an den Gehegen von Waschbär, Fuchs, Iltis, Dachs, Marder und Wildkatze vorbei.

Unser eigentlicher Weg führt uns aber geradeaus, wo wir nach wenigen Metern auf eine Holzhütte stoßen, wo wir über Bienen informiert werden. Vor dieser Hütte biegen wir links ab und gelangen zum Parkausgang, wo wir den Wildpark Grafenberg verlassen.

Ein Stück weit wandern wir geradeaus und treffen dann wieder auf die weiße Raute, die uns den Weg nach rechts weist. Auch das D, das einen Rundweg um Düsseldorf markiert, gesellt sich dazu. Diesem Weg folgen wir ein ganzes Stück, links tauchen die ersten Häuser auf, der Weg wird asphaltiert und bald sehen wir auf der rechten Seite eine moderne Wohnsiedlung. Es handelt sich hierbei um die in den neunziger Jahren gebaute Siedlung "An der Kaiserburg". An diesem Ort existierten früher neben sieben Ziegeleien zwei Gaststätten "Kaiserburg" und "Kaiserburger Hof", die ihren Namen auf ein angebliches Frühstück Kaiser Wilhelms des Zweiten sowie einen Besuch Kaiser Napoleons zurückführten.

Wir folgen dem Ratinger Weg weiter bis zur Bergischen Landstraße, die wir überqueren, und queren gleich links die Gräulinger Straße. Nach wenigen Metern zweigt rechts ein Fußweg ab, der wieder mit der weißen Raute und dem D markiert ist. Rechterhand ist ein kleiner Spielplatz, unser Weg führt an der nächsten Gabelung geradaus weiter. Bruchwald mit Erlen, Eschen, Weiden und stehendem Wasser bestimmt nun die Vegetation am Rande des Wanderwegs - wir befinden uns im Naturschutzgebiet "Pillebachtal und Dernkamp".

Wenn die Raute und das D nach links abzweigen, verlassen wir ihnen folgend den Hauptweg. Vor einem kleinen Hang kreuzt ein Weg, wir queren ihn und halten uns schräg links den Hang entlang, immer den Markierungen folgend. Der Weg wird bald schmaler und hält auf eine Straße zu. Kurz vor der Straße zweigt er allerdings links ab. Zunächst recht steil, dann gemächlicher geht es den Hang hinauf auf die Gerresheimer Höhen.

Blick ins Rotthäuser BachtalOben angekommen, treffen wir auf einen asphaltierten Weg, den Rotthäuser Weg, den wir nach rechts einschlagen (Raute und D führen weiter geradeaus, wir verlassen sie). Ein ganzes Stück folgen wir dem asphaltierten Weg, vorbei an Villen, Bauernhöfen (so z.B. dem Trotzhof aus dem 18. Jahrhundert) und dem schon von weitem sichtbaren Gerresheimer Fernmeldeturm. Nach links hinunter blicken wir in das Rotthäuser Bachtal mit Äckern, Wiesen und Gut Papendelle.

Der Rotthäuser Weg führt uns bis zum Gerresheimer Waldfriedhof. Bevor auf der linken Seite die Friedhofseinzäunung beginnt, führt ein Fußweg nach links dem Zaun entlang, dem wir folgen. Unterwegs stoßen wir wieder auf die weiße Raute, der wir nach rechts, stets weiter am Friedhofszaun entlang, folgen. Es geht nun etwas bergab, linkerhand befindet sich eine Wiese mit Greifvogelstangen und Hochspannungsmasten (welch Kombination!), von hier haben wir auch einen schönen Blick auf Erkrath.

Immer noch am Zaun entlang führt der Weg wieder hoch und in den Wald hinein. Bald passieren wir einen weiteren Friedhofseingang, der aber meist geschlossen ist, so dass eine Abkürzung durch den Friedhof nicht anzuraten ist. Eine Weile später schließlich führt uns die Raute nach links den Hang hinunter und vom Friedhof weg. Hier treffen wir auch auf das N, das den Zugangsweg zum Naturfreundehaus markiert. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Naturfreundehaus, das sich unten am Hang auf der rechten Seite befindet.

 
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